Sa Pa, 1.600 m über Null

Nachtzug nach Sa Pa, zwölf Stunden.
Nachtzug nach Sa Pa, zwölf Stunden.
Grobes Fleisch, Mayo, Salat, Baguette: Ber Lin Döner.
Grobes Fleisch, Mayo, Salat, Baguette: Ber Lin Döner.
Nebel, Regenjacke, Pulli, Unterhemd, lange Hose: zwölf Grad!
Nebel, Regenjacke, Pulli, Unterhemd, lange Hose: zwölf Grad!
Mega Microklimata: Nebel verschwindet innerhalb einer Minute.
Mega Microklimata: Nebel verschwindet innerhalb einer Minute.
Die Reisterrassen.
Die Reisterrassen.
Gedämpfter Bambus mit Schweinshack und Chickenwings mit geröstetem Ingwer.
Gedämpfter Bambus mit Schweinshack und Chickenwings mit geröstetem Ingwer.
Markt der Hmong.
Markt der Hmong.

Einmal in die Berge und zurück. Das machen alle Touris, wir auch. Im Fokus stehen die Reis-Terrassen, Wanderungen und Übernachtungen bei der lokalen Volksgruppe, den Hmong. Wir nehmen ein nettes Hotel, bleiben ganze fünf Tage, fahren mit dem Roller und schauen HBO. Das Wetter ist erstmal schlecht und dementsprechend angenehm, kühle Temperaturen und mehrschichtige Kleidung sind mal ganz was anderes. Anderthalb Tage Regen und Nebel vertreiben jegliches schlechte Gewissen, wenn ein sehenswerter Film nach dem anderen kommt und das Hotelzimmer nicht verlassen werden «kann». Selbst gut arbeiten lässt es sich vor einer kleinen Balkontür mit Blick auf die graue Nebelwand.

Zumeist ist eine Übernachtung bei den Hmong mit unendlichen Einkaufsverhandlungen bzw. -verpflichtungen von irgendwelchen Souvenirs verbunden. Einzelne Touris sieht man den gesamten Tag über umgeben von ganzen Frauengruppen. Wir halten in den kleinen Bergdörfern mit dem Roller gar nicht erst an, sondern umkurven die Ströme herbeieilender Frauen in Schrittgeschwindigkeit.

Die Terrassen sind sehr beeindruckend. Das Wetter bei Sonne gleich angenehm lauwarm. Die kleinen Passstraßen durch die Berge gesäumt von freundlich winkenden Kindern bei der Feldarbeit mit Ochs’ und Karren.

Wikipedia zu den Hmong:

Die Hmong sind ein indigenes Volk Südostasiens. Sie leben hauptsächlich in den bewaldeten Berggebieten von Laos, Vietnam und Thailand. In China sind sie der übergreifenden Miao-Nationalität zugeordnet, die deutlich über neun Millionen Menschen zählt.
In den 1960er und 1970er Jahren rekrutierte die CIA Hmong-Truppen für einen geheimen Krieg, um sie gegen die Pathet Lao und später gegen die Truppen der südvietnamesischen FNL einzusetzen. Als die Pathet Lao die Regierung in Laos übernahmen, flohen Tausende Hmong nach Thailand, wo sie um politisches Asyl baten. 2004 haben die USA ein Umsiedlungsprojekt in Angriff genommen, wodurch die meisten der staatenlosen Flüchtlinge binnen zwei Jahren in die USA überführt werden sollten, vorwiegend nach Fresno und Merced (Kalifornien) sowie St. Paul (Minnesota).

Die Geschichte der Hmong ist schwer zu erforschen, da sie hauptsächlich aus mündlichen Überlieferungen, vor allem Mythen und Sagen abgeleitet werden muss. Darüber hinaus gibt es seit etwa 2000 Jahren reichhaltige schriftliche Aufzeichnungen über die Hmong in den chinesischen Chroniken und Geschichtsbüchern. Eigene schriftliche Überlieferungen sind erst seit dem
17. Jahrhundert vorhanden, als europäische Missionare ihre Arbeit in China aufnahmen. Die ethnischen Wurzeln der Hmong gehen vermutlich 4000 Jahre zurück.

„Eine Familie zu haben bedeutet glücklich zu sein. Keine zu haben, bedeutet verloren zu sein.“
Traditionell sind die Männer und ihre ältesten Kinder für die Nahrungsbeschaffung zuständig. Dazu gehen sie entweder jagen, oder betreiben Landwirtschaft. Außer Näharbeiten müssen sich die Frauen um eventuell vorhandene Tiere kümmern. Weiterhin müssen sie alle anfallenden Arbeiten erledigen, die ihnen von ihren Männern oder engeren Verwandten aufgetragen werden.