Bangkok

Die beiden im Warehouse.
Die beiden im Warehouse.
Lars bekommt einen maßgeschneiderten Anzug vom Inder!
Lars bekommt einen maßgeschneiderten Anzug vom Inder!
Hühnchen gegrillt im Bananenblatt, Suppe, Spinat mit Knoblauch und Spargel mit Garnelen.
Hühnchen gegrillt im Bananenblatt, Suppe, Spinat mit Knoblauch und Spargel mit Garnelen.
Lecker.
Lecker.
Am Netz kann's nicht liegen...
Am Netz kann's nicht liegen...
Kurzer floating pit stop: Dosenbier für die Bootsfahrt.
Kurzer floating pit stop: Dosenbier für die Bootsfahrt.
Im Museum mit traditionellem Strohhut.
Im Museum mit traditionellem Strohhut.
Tempelbesucherin: Lange Hose über kurze Hose, Bananen an den Flip Flops aber freiwillig.
Tempelbesucherin: Lange Hose über kurze Hose, Bananen an den Flip Flops aber freiwillig.
Chinatown.
Chinatown.
Guantanamo Buddhas?!
Guantanamo Buddhas?!

Bangkok ist eine fette Nummer. Der Flughafen thront bei der Ankunft im Dunst der weitläufigen Einzugsgebiete und strahlt den Charakter eines Drehkreuzes aus. Alles wirkt direkt international und multimedial, doch die freundliche bis devote Haltung der Thais bleibt bestehen. Eine sanfte Frauenstimme entschuldigt sich im Minutentakt per Lautsprecher im schick geleckten Skytrain für jegliche Unannehmlichkeiten – wir fragen uns nur welche. Vielleicht dafür, dass der aus Metrozügen bestehende Nahverkehr nur einen Bruchteil der Stadt abdeckt. Dafür gibt es wie so oft in den gut organisierten asiatischen Städten einen Taxischalter, um die Zieladresse gemeinsam vom Englischen in die Landessprache zu transferieren und das Ziel an sich zu verifizieren, einen fairen Preis zu erhalten und in der Warteschlange Platz zu nehmen.
Lars will es sich zwei Tage vor seiner Abreise richtig gut gehen lassen, in Bangkok bekommt man für gutes Geld sehr gehobene Standards. Wir wählen jedoch ebenso nicht die charmante bis interessante mit viel Lokalkolorit gefärbte Bambus- oder Backpackerhütte, sondern checken für fünf Nächte im Warehouse ein. Das könnte genauso in Zürich, New York, Sydney oder Berlin stehen – ist aber vielleicht genau deshalb ein sehr angenehmes Zuhause und entspannender Kontrapunkt zum Trubel vor den Türen. Es liegt nicht weit von den Nightmarkets und Backpackern, aber dennoch so ab vom Schuss, dass es schwer fällt in der Nähe eine vertrauenserweckende Mahlzeit zu finden. Dafür ist das Restaurant im luftig offenen Erdgeschoss ausgezeichnet und ein paar Meter weiter befindet sich unser bester Freund, der 7/11. In der Straße herrscht 24 Stunden reger Betrieb durch die immer freundlich grüßenden Damen und Herren der Ich-AGs.

7/11 ist bei Hitze, Heimweh, Unterzuckerung, leichter Übelkeit oder starkem Bierdurst der Freund und Helfer. Überall zu finden, in Bangkok sieht man manchmal vom einen zum anderen, auf Koh Tao ist er wichtigster Treffpunkt für Neuankömmlinge und Hotels, auf manch weiter Überlandfahrt sogar mit Tankstelle. Winzig kleine 24-Stunden Märkte, auf 18 Grad runtergekühlt, nur mit eingeschweißtem Essen (bis zur einzelnen Banane), mit Mikrowellen, Sandwichmakern und Getränkeanlagen ausgestattet, geschmacklich gut oder richtig angenehm neutral. Dazu immer freundlich und überbesetzt (wie es sich bei einer globalen Kette gehört) und hat immer Briefmarken, Telefonkarten und Geldautomaten.

Bangkok hat einige sehr touristische Ecken, wobei diese eben auch die belebten sind, manche davon sehr skuril-schön, andere eher schwierig. Spaß macht eine lange Straße mit unzähligen alten VW-Bullys, umgebaut in blinkende, glitzernde Bars mit unheimlich lauter Beschallung und tiefen Bässen. Weniger Spaß machen die Typen auf den Straßen welche Ping Pong-Shows und weitere Vaginalakrobatiken anpreisen. Spaß macht die Coverband-Bar wenn Mann in weiblicher Begleitung ist und demnach nicht auf dem Markt. Weniger Spaß macht der Anblick des (hoffentlich) alleinstehenden großen weißen Mannes, der die Sprachbarriere zu seiner zierlichen asiatischen Errungenschaft per Popoklappser wettzumachen versucht. Die Skybar des Lebua Hotels ist richtig hoch und echt imposant, die Staus in den Straßen eine Qual und der gefühlte Katzensprung zwischen Lars und uns dauert dann doch immer mindestens eine halbe Stunde. Das Museum zur Geschichte Thailands ist wirklich lustig, sehr robust interaktiv – aber irgendwie nicht so informativ. Die überraschend vielen weitverzweigten Wasserwege in der Stadt sind per Longtailboat ein super Zeitvertreib und komplett anderer Blick auf die Stadt. Die Tempel architektonisch sehr schön, die Regeln der Religion aber einfach nichts für uns. Chinatown in Bangkok ist eine Reise, und die ist es wert. Der Trubel und die Hitze im Gefecht der Marktschreier jedoch auch ganz schön anstrengend.

Das Drehkreuz Bangkok kann uns gern als dieses und so für kurze Stopps wieder willkommen heißen…