Mendoza und Maipú

Aconcagua, 6962 m, höchster Berg außerhalb Asiens.
Aconcagua, 6962 m, höchster Berg außerhalb Asiens.
Mendoza Rathaus Dachterrasse.
Mendoza Rathaus Dachterrasse.
Weinmuseum
Weinmuseum
Bodega Lopez
Bodega Lopez
Olivenfarm
Olivenfarm
Olivenölverkostung
Olivenölverkostung
Größter (?) Hähnchengrill der Welt!
Größter (?) Hähnchengrill der Welt!

Über Argentinien in Gänze können wir nicht viel sagen, über den Weg durch die Berge von Santiago nach Mendoza – der ist sehr schön – und zurück schon. Und über Maipú, ein kleines Städtchen nahe Mendoza, umgeben von Bodegas, traditionellen Weinereien mit viel Wein, Charme und Olive.
Chile ist selbsternannt auf dem Weg in die erste Welt bis 2020 – Argentinien weit davon entfernt. Die Pesos von Inflationen geschüttelt, werden künstlich hochgehalten, der bessere Wechselkurs des Blue Dollar ist nur auf dem Schwarzmarkt zu erzielen. Die Preise sind relativ hoch im Vergleich zu anderen ärmeren lateinamerikanischen Ländern, die Wirtschaft dreht sich scheinbar im Kreis, sofern wir das in unseren vier Tagen beurteilen können. Beispiel Bodega Lopez in Maipú. Ein riesen Ding mit den größten Fässern der Weinregion Mendoza (internationale Weinhauptstadt (selbsternannt?)) exportiert 1% seiner Weine. Die hohen Steuern. Oder der hohe Eigenbedarf. Noch ein Beispiel: Die Bodega Di Tommaso gibt uns eine Weinverkostung und die fröhliche, leicht angeheiterte gelernte Sommelieuse hat noch nie  einen Wein nicht-argentinischer Herkunft getrunken. Kein Import – nichtmal unter Fachkreisen bzw. einfach zu teuer. So kann die internationale Hauptstadt ihren Titel auch nicht verlieren.
Mendoza ist beschaulich verschlafen, Maipú richtig schön. Touris bekommen von netten Anwohnern Fahrräder ausgeliehen, damit das mit den Verkostungen auch gut funktioniert. Wir radeln von Bodega zu Bodega, lassen uns einmal durch die Fässer führen und erfreuen uns dann an fünf Weingängen auf nüchternen Magen. Im Anschluss hilft ein ausgiebiges Olivenschlemmen. Das Wetter meint es gut mit uns, die Wüstenregion erlebt einen Kälteeinbruch von 28° (sonst 40°).

Anekdote zur Hilfsbereitschaft: Die Fahrräder sind grobschlächtig, die Kette springt dauernd runter. Wir stehen in der Mittagssonne am Seitenstreifen, Nadja nimmt einen Stein zur Hand um die inzwischen gerissene Kette wiederzubeleben. Es klappt. Ein Polizist hält kurz darauf an und erkundigt sich nach unserer Verfassung. Wir signalisieren Gelassenheit und steigen auf die Räder. Für 15 Minuten haben wir ein schleichendes Begleitfahrzeug der Polizei, bis wir wie angekündigt an der nächsten Bodega eintreffen. Am Abend erfahren wir von unserem Fahrradvermieter, dass dieser Angestellte der Tourismuspolizei von einem Mitarbeiter der Stadt angerufen wurde, nachdem uns dieser am Straßenrand gesehen hatte. Ebenso wurde unser netter Vermieter kontaktiert, der sich schon mit neuen Rädern im Auto auf den Weg machen wollte, dann aber einen Anruf der Polizei erhielt, dass wir uns tapfer schlagen.
Fazit zu Argentinien: Die Schwestern und Brüder Messi’s sind sehr nette Leut’, auch wenn’s zum Titel nie reichen wird.