Amazonas, Kolumbien: Puerto Narino & Leticia

Schnelltransport.
Schnelltransport.
Kartoffelverkäufer in Puerto Narino.
Kartoffelverkäufer in Puerto Narino.
Armandos Familie.
Armandos Familie.
Das Haus mit dem Fernseher.
Das Haus mit dem Fernseher.
Ein Blick ins Nachbarhaus.
Ein Blick ins Nachbarhaus.
Public Viewing in Puerto Narino: Hollywood Action Movie.
Public Viewing in Puerto Narino: Hollywood Action Movie.
Dorade, Gemüse gemischt mit Früchten, Reis, Yukka-Brot.
Dorade, Gemüse gemischt mit Früchten, Reis, Yukka-Brot.
Diese Blühte sammelt in ihren Gummi-Kelchen Regenwasser!
Diese Blühte sammelt in ihren Gummi-Kelchen Regenwasser!
Größte Blätter aller Pflanzen weltweit.
Größte Blätter aller Pflanzen weltweit.
Ja, wir haben geheiratet.
Ja, wir haben geheiratet.
Das hätte Olli K. gefreut!
Das hätte Olli K. gefreut!

Mit Fahrtwind ging’s weiter flussaufwärts, insgesamt legten wir rauf und runter um die 160 Kilometer auf dem Amazonas zurück.
Wir besuchen eine Affen-Insel, wo wir kommentarlos von den dortigen Guides in den Wald geschickt werden, die kurz pfeifen und wir von unangenehm vielen Äffchen befallen werden. Eine klassische Touri-Nummer, nicht so verträumt wie der See beim Reserve in Peru. Auf dem Weg zum eigentlichen Ziel Puerto Nariño, einem sehr netten Städtchen mit 5.000 Einwohnern ohne Kraftfahrzeuge an einem überraschend hügeligen Uferabschnitt, sehen wir die Besonderheit der Region, Delfine in Pink und Grau, die im Amazonas leben, warum auch immer.
Das aus Stein gebaute Hotel in Puerto Nariño ist sehr gehoben, ins Restaurant ein paar Straßen weiter strömen plötzlich Touri-Grüppchen mit ihren Guides. Wir fahren zu einem See, in welchem die Delfine ihre Jungen aufziehen, bevor sie ihnen den Weg in den Amazonas zeigen. Der Fahrer unseres kleinen Schnellbootes freut sich richtig ehrlich über jedes kurze Auftauchen der Delfine. Abends macht es Spaß, mal wieder ein Bierchen zu trinken und den
30 Jugendlichen auf einem einzigen Platz beim parallelen Fußball- und Basketballspielen zuzusehen.
Am nächsten Morgen starten wir mit Armando, einem jungen Indio, der aus einem benachbarten Indiodorf kommt und erst im nachhinein Spanisch gelernt hat. Somit erklärt er überdeutlich und mit viel Lust an der Schauspielerei und bei Nichtverständnis unsererseits wird das Wort nicht hundertmal wiederholt oder lauter gesprochen, sondern anhand anderer Wörter umschrieben. Der Weg geht gut anderthalb Stunden durch den Wald zu seinem Heimatdorf und nun sind wir von wirklich echten Urwäldlern umgeben, die einem nichts vortanzen, sondern verschmitzt um die Ecke gucken oder sich nur für den Fernseher in der einen Hütte mit Schüssel interessieren. Armando ist stolz auf sein Haus, seine Familie mit zwei Kindern, seine beiden großen Kühltruhen (wo wir brav eine Limo kaufen) und seine Stereoanlage, die unserer Form unnötigem Sportwagen-Geprotze entspricht. Anschließend schippern wir mit einem klassischen schmalen Holzboot entlang des Ufers, entgegen der krassen Strömung, zurück nach Puerto Nariño. Laufen wäre wahrscheinlich sogar trotz Mittagshitze schneller gegangen. Armando will sich während des Steuerns partout nicht beim Ausschöpfen des eindringenden Wassers helfen lassen, daher schaukelt die Fahrt ab und an. Der Nachmittag gehört den Hängematten.
Am nächsten Morgen sind wir froh, durch die Agentur auf der Liste für das Transport-Schnellboot nach Leticia zu stehen. Ein paarmal Schwemmholz in der Schraube. Nach zwei Stunden sind wir wieder in Leticia. Die Ruhe und Langsamkeit ist vorbei – in Puerto Nariño haben 80% der Einwohner keine Arbeit, sie haben ihre Plantagen und Hühner und ernähren sich vom selbst Angepflanzten. In Leticia hat unser Hotel einen weit höheren Standard was das Zimmer und den Pool angeht, als noch vor kurzem das Hilton in Basel.
Nachmittags stellt uns der Fahrer vom Anfang der Tour, unseren Stadtführer vor, und verschwindet dann auch gleich wieder. Guillermo, Mitte 50, hat seine Freude uns seine Gegend zu zeigen, inkl. Bibliothek und Museum, und dem Parque de Santander wo abends hunderte Wellensittiche zum Nachtlager eintreffen. Es folgt ein Tag in einem angelegten Park, mit allen Pflanzen, Bäumen und Tieren. Einem Besuch im Haus eines coca-betäubten Schamanen und einer stundenlangen Führung eines 18-jährigen Blondschopfs aus Memphis, der vor seinem Biostudium nochmal alles in echt und groß sehen will. Bogenschießen, Blasrohr und Mittagessen sind die Highlights, obwohl es gar nicht so schlimm ist, sich einmal 5% der Vegetation in aller Ausführlichkeit zu widmen.